Geschichte der Astronomie am KMG

Die Astronomie als die älteste aller Naturwissenschaften, die in vielen Epochen das Weltbild der Menschen  prägte, fristete bei uns im Zeitalter der Industrialisierung im Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit ein recht stiefmütterliches Dasein. Manches ehrwürdige Gymnasium  zierte zwar eine aus früheren Zeiten stammende Sternwarte und zeugte so vom Bildungswert der Sternkunde in jenen Zeiten, doch ihre Nutzung führte oft ein Schattendasein.  Aus ihrem Dornröschenschlaf wurde die Astronomie wieder geweckt, als die rasante Entwicklung der Raumfahrt, die im internationalen Wettstreit sich der Eroberung des Weltraumes verschrieben hatte, über das sich immer weiter verbreitende Medium Fernsehen in jedem Haus verfolgt werden konnte.

Dem steigenden Interesse am Kosmos und seiner Bedeutung für die Menschheit konnte mit der Reform der gymnasialen Oberstufe ab 1980 auch an den Schulen Rechnung getragen werden - in Baden-Württemberg z. Bsp. dadurch, dass das Fach Astronomie als im Abitur anrechenbarer Grundkurs (im Wahlbereich)  gewählt werden konnte . Intensive Fortbildung für die Lehrer versetzte die Schulen in die Lage, dieses Fach wieder anzubieten.

Im Schuljahr 1983/84 fand dann für die allgemein bildenden Gymnasien in Friedrichshafen  am KMG der erste Astronomiekurs statt. Die Stadt stellte dafür eine solide Grundausstattung an Lehr- und Hilfsmitteln bereit, zu der unter anderem ein Satz von Ferngläsern und ein transportables Teleskop gehörten.

Leider stellte sich schnell heraus, dass die Himmelsbeobachtung mit dem transportablen Teleskop erhebliche Schwierigkeiten bereitete:  In der Nähe der Schule gab es keinen geeigneten Aufstellungsort mit ausreichenden Sicht- und Lichtverhältnissen. Dunst und Stadtbeleuchtung einer Industriestadt lassen die Sterne am aufgehellten Himmel verblassen. Die Abhängigkeit vom Wetter machte die Vorausplanung von Beobachtungsabenden im Freien unmöglich. Die bei jeder Neuaufstellung des Teleskopes erforderliche Justierung war mühsam und in der kurzen, zur Verfügung stehenden Zeit, oft unzureichend für präzise Ergebnisse. So entstand das Bedürfnis nach einem festen Aufstellungsort für das Teleskop, also einer richtigen Sternwarte.

Bei den Überlegungen dazu, und bei den Bemühungen zur Realisierung setzte sich der damalige Vorsitzende des Elternbeirates, Herr Dr. Freising, persönlich sehr ein. Er nahm sogar Kontakt zu privaten Grundbesitzern auf, um z. Bsp. am Gehrenberg, wo die Lichtverhältnisse sehr günstig sind, eine Sternwartenhütte zu errichten. Dem stellten sich jedoch verschiedene Widerstände entgegen. Nicht zuletzt wäre die große, räumliche Distanz zwischen Schule und Sternwarte sehr problematisch geworden. Auch andere, denkbare  Möglichkeiten führten letztendlich zu keiner realisierbaren Lösung, und so mussten Schüler und Lehrer sich auf unbestimmte Zeit mit dem Provisorium des ständig neu aufzustellenden Teleskopes abfinden.

Die Situation änderte sich, als für das KMG eine Erweiterung nötig wurde und gleichzeitig der Ganztagesbetrieb eingeführt werden sollte. Dem Schulträger wurden dafür Geldmittel des Bundes zur Verfügung gestellt. Und in diesem Zusammenhang konnte die Stadt Friedrichshafen nun eine schuleigene Sternwarte direkt auf dem Gebäude errichten. Seit dem Herbst 2006 ziert ihre weiße Kuppel den Riedlebau.

Die in der Stadt herrschende und durch den Dunst des Bodensees noch verstärkte "Lichtverschmutzung" lässt sich heute durch die technische Weiterentwicklung von optischen und besonders auch elektronischen Zusatzgeräten , wie sie auch für  Amateure erschwinglich geworden sind, weitgehend ausgleichen. Eine von Erschütterungen durch den Schwerlastverkehr in der Umgebung der Schule weitgehend freie Montage des Fernrohres konnte gefunden werden.

Damit steht nun als Schulsternwarte eine für Einsteiger in die Astronomie bestens geeignete, leicht erreichbare, komfortable Station für Himmelsbeobachtungen zur Verfügung.

 

                       Die Kuppel von der Mensa aus gesehenAnsicht von der Riedleparkstraße

                                Ansicht aus Richtung Mensa                    Die Kuppel auf dem Riedlebau

 

                             Teleskop bei geöffneter Kuppel

                                              Die neue Teleskopanlage unter der geöffneten Kuppel

 

Leufen-Teleskop  Kleiner Refraktor

        Leufen-Teleskop , gekauft 1988                                Kleiner Refraktor

         ausgestellt im Schulungsraum                            ausgestellt im Schulungsraum