Schüler des KMG messen die Feinstaubbelastung in der Stadt


Louis Schell, Felix Falke, Elisabeth Lindt, Eric Jacob, Martin Bratoi, Felix Kunze, Konstantin Wolf, Justin Bauer-Chen, Projektleiter Markus Alle

Acht Schüler der Jahrgangsstufe 8 des Karl-Maybach-Gymnasiums (KMG) haben unter der Leitung von Geographie-Lehrer Markus Alle mehrere Sensoren aufgestellt. Die Messergebnisse bringen interessante Resultate.

Es ist eines der meistdiskutierten Themen in der Öffentlichkeit: die Feinstaubbelastung in Innenstädten. Zahlreiche Studien stufen die Kleinstpartikel als potentiell krebserregend ein. In vielen Städten fordern Umweltorganisationen sogar Fahrverbote zu Stoßzeiten. Die Medien konzentrieren sich hauptsächlich auf Großstädte wie München oder Stuttgart. Für acht Schüler des KMG ist das allerdings nicht genug, sie stellen sich die Frage, ob das Feinstaubproblem auch in ihrer Heimatstadt Friedrichshafen besteht. 

Die Schüler stellten dazu spezielle Messsensoren bei sich zu Hause auf. Diese befinden sich im zentralen Stadtgebiet. Die durchströmenden Feinstaubpartikel werden bei diesem optischen Messverfahren von einem Laser erfasst. Die gesammelten Daten werden anschließend mit einer speziellen Software, einem Geographischen Informationssystem (GIS), auf das gesamte Stadtgebiet übertragen. Dazu wird ein möglichst dichtes Messnetz mit vielen Sensoren in Friedrichshafen und Umgebung benötigt.

Momentan sind drei Sensoren aktiv – weitere befinden sich im Bau und sollen möglichst bald zum Einsatz kommen. Die Messergebnisse können auch live unter https//luftdaten.info abgerufen werden. Mittlerweile gibt es erste Resultate: Brisant war dabei vor allem der Jahreswechsel. Die maximal zulässige Feinstaubkonzentration von 50 μg/m3 wurde in der Silvesternacht über mehrere Stunden lang wiederholt deutlich überschritten. Die höchsten Messwerte betrugen gegen 0:20 Uhr sogar über 1000 μg/m3. Insgesamt überstieg der Maximalwert an diesem Tag den zulässigen Grenzwert um mehr als das Zwanzigfache. Verursacht wurden die überhöhten Werte durch Feuerwerkskörper.

Das Projekt möchte einen Beitrag zur räumlich verteilten und zeitlich hoch aufgelösten Erfassung, Auswertung und Dokumentation der Feinstaubemission in Friedrichshafen leisten.

Bei dem Projekt arbeiten die KMG-Schüler mit dem Lehrstuhl für Geoinformatik an der Universität Tübingen zusammen.

Die Zeppelin-Stiftung und die Stadt Friedrichshafen unterstützen das Projekt im Rahmen der aktuellen Förderrunde 2017/18 von Potzblitz.