Schulgebäude

KMG-Schulgebäude
 Karl-Maybach-Gymnasium, Riedleparkstraße 45

Die Schule trägt seit dem 7. Juni 1972 den Namen von Karl Maybach. Neben dem Grafen Zeppelin wird auch Karl Maybach von der Stadt Friedrichshafen dadurch geehrt, dass er der Namensgeber für ein allgemein bildendes Gymnasium ist. Während es in Deutschland mehrere Schulen gibt, die an Karl Maybachs Vater Wilhelm Maybach erinnern, ist das Karl-Maybach-Gymnasium (KMG) die einzige Schule, die seinen Namen trägt.
Das Schulgebäude des Karl-Maybach-Gymnasiums steht auf dem Gelände des ehemaligen Zeppelin-Saalbaus.

Der Zeppelin-Saalbau wurde von der Zeppelin-Wohlfahrt GmbH während des ersten Weltkriegs errichtet und am 20. März 1917 eingeweiht. Ursprünglich nur als Speisehaus für die Betriebsangehörigen des Zeppelin-Konzerns gedacht, entwickelte sich der Saalbau zum kulturellen Treffpunkt der Stadt Friedrichshafen. Er wurde nicht nur als Kantine genutzt, sondern auch für Theateraufführungen, Konzerte, Weihnachts- und Fasnachtsfeiern und für betriebliche und politische Versammlungen. Im Saalbau waren auch ein Café, ein Leseraum, ein Spiel- und Billardzimmer und eine Kegelbahn eingerichtet
(nach: Geschichtspfad Friedrichshafen, Nr. 4.11).

Gleichzeitig mit dem Saalbau wurde auch das sogenannte Waschhaus in der Ernst-Lehmann-Straße errichtet. In ihm war die Zentralheizungs-Kesselanlage für den Saalbau und für das benachbarte Zeppelin-Ledigenheim untergebracht. Im Erdgeschoss befand sich auch eine von der Zeppelin-Wohlfahrt betriebene Dampfwäscherei, die allerdings wegen ständiger Verluste bald wieder aufgegeben wurde.

Diese alte  Luftaufnahme aus den Zwanziger Jahren zeigt den Saalbau der Zeppelin -Wohlfahrt, am rechten Bildrand sieht man die heutige Ernst-Lehmann-Straße mit dem Ledigenheim und dem dazugehörigen Waschhaus.
Dort war die Heizzentrale für Saalbau und Ledigenheim untergebracht, außerdem  anfänglich auch noch eine Wäscherei. Der große Flachdachbau links hinter dem Saalbau beherbergte bis zu den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg die Zeppelin-Bücherei.

Auf dem Grundstücksteil entlang der Riedleparkstraße war anfänglich der Bau eines zweiten Ledigenheims vorgesehen. Nach dem 1. Weltkrieg wurde dort provisorisch  eine vom Maybach-Motorenbau übernommene Werkhalle in Holzkonstruktion aufgestellt. Im südlichen Teil dieser Halle war die Zeppelin-Bücherei mit Lesesälen für Bücher und Zeitschriften, Ausleihe und Büchermagazinen untergebracht. Die nördliche Hälfte dieser Halle konnte als Vortragssaal mit etwa 200 Sitzplätzen genutzt werden.

In derBombennacht des 28.04.1944 gingen der Saalbau und die angebaute Holzhalle (Zeppelin-Bücherei) in Flammen auf. Die übrig gebliebenen Reste wurden beim Bombenangriff am 20.07.1944 vollends zerstört.

FNLuftbild1953Luftaufnahme aus dem Jahr 1953.

Blick auf das Werksgelände des Maybach-Motorenbaus (heute MTU)

Dahinter sieht man links die Colsman-Villa,
rechts daneben die Ruinen des ersten Zeppelin-Museums (heute Kantine der MTU)
und weiter hinten das kriegszerstörte Areal, auf dem heute das Karl-Maybach -Gymnasium steht.

 

Im Jahre 1956 stellte die Zeppelin-Wohlfahrt GmbH das Gelände der Stadt Friedrichshafen zum Neubau eines Berufsschulgebäudes und zum Bau eines Kinos für die französische Garnison (Cinéma) zur Verfügung.

In einem ersten Bauabschnitt wurden von März 1955 bis September 1956 der Trakt an der Riedleparkstraße (Gewerbeschule) und der Mitteltrakt  (hauswirtschaftliche Schule) errichtet. Die gesamten Entwurfs- und Baupläne waren vom damaligen Städtischen Hochbauamt ausgearbeitet worden (Oberbaurat  Scheible, Dipl.-Ing. Hopfenzitz, Bau-Ing. Schall). Wegen seiner klaren Formensprache, seiner Funktionalität und seiner leichten Eleganz gilt der Bau heute als ein hervorragendes Beispiel für die Architektur der 50-er Jahre.

Mai 1955Mai 1955: Bau der Gewerbeschule an der Riedleparkstraße

 

 

 

 

 

 

 

 

KMG1956 im BauSommer 1956:
Bau der hauswirtschaftlichen Schule
(heute Zwischentrakt des KMG)

 

 

 

 

 

 

 

Die Entwürfe für die zwei in den Fluren aufgestellten Wasser-Trinkbrunnen stammten von der Kressbronner Künstlerin Hilde Broer (1904-1987), deren bekanntestes Werk die Glocken der Friedenskirche in Hiroshima sind.

TrinkbrunnenAusschnitt Fisch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Während des Jahres 1956 entstand das Cinéma, das ehemalige französische Garnisonskino. Für diesen Bauteil war das Hochbauamt Ravensburg zuständig.

 

Cinéma 1956Luftaufnahme der Baustelle aus dem Frühjahr 1956.
Gewerbeschule und hauswirtschaftliche Schule sind bereits erstellt, das Cinéma ist gerade im Bau, der Baubeginn für die kaufmännische Schule war wenige Wochen später.

 

 

 

 

MaybachtraktAls letzter Bauabschnitt wurde der heutige Maybach-Trakt für die kaufmännische Schule errichtet. Baubeginn war im Juni 1956, Fertigstellung im September 1957.

 

 

 

 

 

 

Pferde von Fritz MelisFür die Eingangshalle im nördlichen Erdgeschoss der kaufmännischen Schule schuf der Stuttgarter Künstler Prof. Fritz Melis (1913-1982; www.fritz-melis.com ), eine 3x7 Meter große Steinintarsienarbeit, die in symbolischer Weise die Nutzbarmachung der Naturkräfte durch den Menschen darstellen will. Von Fritz Melis stammen in Friedrichshafen auch der Schwanenbrunnen beim Rathaus und die Bronzetür zum Großen Sitzungssaal im Rathaus.

Steinintarsienarbeit von Fritz Melis im Eingangsbereich der kaufmännischen Schule, 1957.

 

 

NordansichtDie Einweihungsfeier des ganzen Berufsschulgebäudes fand am Freitag, den 13.12.1957, im Cinéma statt.
Die Raumnot der beruflichen Schulen war damit allerdings nur für wenige Jahre behoben. Der weitere Ausbau des beruflichen Schulwesens in den Sechziger und Siebziger Jahren zwang zu weit größeren baulichen Lösungen. Nach dem Bezug des neuen, vom Bodenseekreis gebauten Berufsschulzentrums im Jahre 1984 wurde das bisherige Berufsschulgebäude für die Nutzung durch das Karl-Maybach -Gymnasium umgebaut. Seit September 1985 ist hier das Karl-Maybach-Gymnasium untergebracht.

Dr. Josef Nagel, ehem. Stellv. Schulleiter